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Geschichte der IBIDie Industrielle Betriebe Interlaken sind ein sehr lokal verbundenes und traditionsreiches Unternehmen. Gegründet wurden die IBI im Jahr 1904, also bereits vor über 100 Jahren.
Gründung der Werkbetriebe 1904Es ist kein Zufall, dass in unserer landschaftlich reizenden Region verhältnismässig früh moderne Versorgungsanlagen entstanden sind. Zweifellos besteht ein Zusammenhang mit dem Aufschwung des Fremdenverkehrs im Laufe des 19. Jahrhunderts, wozu die Ausstrahlung der Alphirtenfeste 1805 und1808 beitrug oder gar den Beginn dieses Wirtschaftszweiges markierte. In der Folge stiegen hier berühmte Persönlichkeiten ab wie der englische Dichter Lord Byron oder der deutsche Musiker und Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Hotelbau im grossen Stile setzte in den 1860er-Jahren ein. Als eigentliche Pioniere des Fremdenverkehrs, denen Interlaken viel zu verdanken hat, zeichneten sich zwei Persönlichkeiten besonders aus. Es sind dies der gebürtige Elsässer Peter Ober, der hier heimisch wurde, und Eduard Ruchti, Hotelier aus Unterseen. Bei Gründungen und Neuerungen stossen wir immer wieder auf diese Namen, und manches Werk zeugt von ihrer ungewöhnlichen Weitsicht und Tatkraft. Beide initiativen Männer gehören ebenfalls zu den Mitbegründern der Werkbetriebe, die wohl zu den ältesten in unserem Land gezählt werden dürfen. Noch bevor das Dorf Aarmühle durch Regierungsratsbeschluss vom 5. Dezember 1891 den allgemein gebräuchlichen Namen Interlaken offiziell zuerkannt erhielt, war es bereits ein weltbekannter und stark besuchter Sommerkurort geworden. Gasversorgung 1866Der Bau des Gaswerkes entstand inner halb von 5 Monaten ungefähr dort, wo heute der Kanalhafen am Westbahnhof liegt. Am 6. August 1866 erstrahlten erstmals die Gaslichter, 4 Strassenlampen und 1700 Privatleuchten.Vorsichtigerweise beschloss man, keinen Gasdirektor anzustellen, sondern einen Gasmeister, ferner zwei Heizer, welche abwechslungsweise das Anzünden und Auslöschen der öffentlichen Flammen zu besorgen hatten. Am 28. Juni 1866 dann der grosse Moment: Es erfolgte die erste telegrafische Bestellung von 1000 Zentner Gaskohle bei der Firma Schmidborn in Basel. Die öffentliche Beleuchtung bestand zuerst aus vier Strassenlaternen, wurde aber bereits 1867 bis zum Mattenbrunnen erweitert. Matten profitierte davon, dass Peter Ober im Verwaltungsrat der Gesellschaft sass, während Unterseen darin nicht vertreten war. Dem Städtchen stellte man 1868, als es sich ebenfalls um den Gasanschluss bewarb, happige Bedingungen. Im Laufe der ersten Betriebsjahre wurden 1700 Flammen für eine Gasbeleuchtung installiert.Die nur 25 Jahre alte Gasfabrik musste für den Bau des Schifffahrtskanals abgebrochen werden. Für die Dampfschiffgesellschaft war es nahezu eine Existenzfrage geworden, statt bis zum Neuhaus oder nach Därligen mit ihren Schiffen direkt nach Interlaken fahren zu können. Die Inbetriebnahme der neuen Gasfabrik fiel mit der Eröffnung des Schifffahrtskanals im Jahr 1892 zusammen. Sie wurde auf dem von der Schifffahrtsgesellschaft abgetretenen Gelände westlich des Kanalhafens zwischen der Bahn und dem Kanal wieder aufgebaut, wo die Werkunternehmung mit ihren Verwaltungs-, Lager-, Werkstatt- und Betriebsgebäuden heute noch domiziliert ist.
Wasserversorgung 1869 Im Jahre 1863 stimmte die Gemeindeversammlung dem Antrag des Gemeinderates zu, unterhalb der Parqueteriefabrik einen bequemen Schwenkplatz für die Wäscherinnen einzurichten. Einen weiteren Schritt zur wesentlichen Vereinfachung des Wasserbezuges leitete Johann Ritschard-Seiler, Inhaber der Pension Ritschard (heute Rest. Schuh), ein. Er erhielt die regierungsrätliche Bewilligung zur Suche von Quellwasser im Kleinen und Grossen Rugen, Abendberg und Harder sowie zur Anlegung eines Reservoirs. Am 30. Dezember 1867 regte Architekt Davinet im Gemeinnützigen Verein die Schaffung einer Wasserversorgungskommission an. Der Vorschlag fand Anklang, und eine fünfköpfige Kommission unter Leitung von Peter Ober nahm ihre Arbeit auf. Das Ziel war die Abklärung, welche Art von Wasserversorgung vom hiesigen Publikum gewünscht wurde: Nur Trinkwasser oder auch Dienstwasser und Luxuswasser und wie viel Wasser verlangt jeder Teilnehmer, die Gemeinde Aarmühle etc. Es zeigte sich, dass sich der voraussichtliche Bedarf auf Brunnen- und Trinkwasser beschränkte. Die Liste der Anmeldungen für einen Wasseranschluss zeigte eindeutig die Hotels und Pensionsinhaber als Hauptinteressenten.Peter Ober verstärkte die Kommission mit geeigneten Kräften. Zur Beschaffung von geeignetem Trinkwasser wurden in verschiedenen Gebieten umfassende Erhebungen angestellt, doch erwiesen sich die vorhandenen Quellen meist als ungenügend. Darauf wurde das hintere Saxetental einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Der zugezogene Fachingenieur Lauterburg aus Bern kam zum Schluss, dass in diesem Gebiet reichlich und gutes Trinkwasser vorhanden sei. Die Quellen auf der Nesslerenalp und im Geissbrunnen wurden von der Gemeinde Saxeten gekauft und die Vorbereitungen für die Fassung der Quellen, die Ableitung des Trinkwassers, den Bau des Reservoirs im Kleinen Rugen und des Verteilnetzes konnten getroffen werden. Der Tod des Hauptinitianten Peter Ober kam zu früh. Sein letzter Gang galt dem Werk der Trinkwasserversorgung Interlakens. Anlässlich einer Besichtigung des Quellgebietes im Saxetental holte er sich eine Lungenentzündung, der er im Alter von 56 Jahren am 14. Dezember 1869 erlag. Die am 1. Juli 1870 in Betrieb genommene Wasserversorgung zeugte von grosser Weitsicht und Tatkraft. Besonders die gesicherten Quellwasservorkommen haben sich als sehr ergiebig gezeigt und vermögen heute noch, den überwiegenden Anteil des Wasserbedarfes unserer Versorgung zu decken.
Unterseen braucht Wasser 1876 Im März 1874 verlangte auch die Gemeinde Unterseen den Netzanschluss sowie die Erstellung von 7 Hebelbrunnen. Nebst der Aversal- und Abfindungssumme von 20 00 Franken wurde erwartet, dass sich das Städtchen mit 10 000 Franken am Aktienkapital beteiligen sollte. Unterseen aber kam den vereinbarten Zahlungen nur zum Teil nach, was eine Androhung der Leitungssperrung durch den Verwaltungsrat zur Folge hatte.
Stromversorgung 1888Das erste Wasserkraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie war eine Gleichstromanlage. Sie entstand beim Marktplatz am Mühlekanal, einem von der Aare abgezweigten Wasserlauf, dessen unterer Teil als «Entenärli» bekannt war. Die Gemeinde Aarmühle als Besitzerin des Anwesens und der Wasser kraft, welche früher Mühle und Sägerei betrieb, schrieb diese zur Verpachtung aus. Umfangreiche Berechnungen über die Nutzung dieser Wasserkraft veranlassten die Werkgesellschaft, sich um die ausgeschriebene Pacht zu bewerben. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde kam zustande. Als Gegenleistung hatte sie der Gemeinde einen jährlichen Zins von 500 Franken zu entrichten, den Mühlekanal auf eigene Kosten ausräumen zu lassen und Aarmühle die nötige elektrische Kraft für 1 Bogenlampe auf die Dauer des 10-jährigen Vertrages zu liefern!
Drohende Konkurrenz Die Dampfschifffahrtsgesellschaft für den Thuner- und Brienzersee wurde 1890 bei der kantonalen Baudirektion vorstellig. Sie hatte die Absicht, einen Schifffahrtskanal vom Thunersee bis zum Bahnhof Interlaken-West zu erstellen. Weiter nahm das ehrgeizige Projekt aber auch die Planung eines Speisungskanals für die Zuleitung von frischem Wasser aus der Aare in den Schifffahrtskanal und damit in Verbindung eine Turbinenanlage zur Erzeugung von 320 Pferdekräften in Aussicht. Damit drohte unseren Werken auf dem Gebiet der Stromversorgung Konkurrenz.
Überführung der Werkbetriebe an die Gemeinde Interlaken 1904 Die Anregung, die Gas- und Wasserwerke in den Besitz der Gemeinde zu überführen, fiel zum ersten Mal an der Gemeindeversammlung Interlaken vom 14. Dezember 1889. Die Gemeinde hatte sich bereits 1866 mit 20 000 Franken an der Gründung der Gasbeleuchtungsgesellschaft und 1868 mit dem Kauf von 15 Gründungsaktien an der Wasserversorgungsgesellschaft beteiligt. Zudem bewilligte sie zur Erstellung des Rohrnetzes 1870 einen Kredit von 50 000 Franken. Eine ganz entscheidende Auffassung, «Licht und Wasser» gehörten als notwendige Lebensbedürfnisse nicht in die Hände einzelner Aktionäre, sondern seien Gemeindeeigentum, fand in weiten Kreisen Unterstützung. Selbst Aktionäre der LWI drückten an der Generalversammlung von 1893 diese Ansicht aus.
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